„Den geva-test® fest im Unterricht verankern“

An der Carl-Maria-von-Weber Schule Eutin werden alle Bausteine des Berufsorientierungskonzepts intensiv vor- und nachbereitet. Kristina Pisot, Koordinatorin für Berufsorientierung, schildert im Interview, weshalb der geva-test® Studium & Beruf den Schülern der Jahrgangsstufe 11 dabei sehr bewusst in der Anfangsphase ihrer Berufsorientierung unter dem Stichwort „Selbstanalyse“ angeboten wird.

 

geva-institut: Worauf legen Sie beim Thema Berufsorientierung besonderen Wert?
Kristina Pisot: Alle Bausteine unseres Berufsorientierungskonzepts werden im Jahrgang intensiv vor- und nachbereitet. Denn wir haben die Erfahrung gemacht, dass Berufsorientierung nur funktioniert, wenn man sie im Unterricht fest verankert und sich dort mit den Angeboten genau beschäftigt. Gehen die Schüler hingegen auf eine Berufsmesse, ohne hinterher darüber zu sprechen, sind die gewonnenen Informationen schnell vergessen.
 
Darüber hinaus versuchen wir, unsere Schüler sehr realitätsnah zu informieren. Insbesondere beim Thema Studienwahl kristallisieren sich oft gewisse Trendstudiengänge heraus oder die Namen neuer Studiengänge vermitteln einen falschen Eindruck. Wir achten darauf, dass unsere Schüler sowohl eine realistische Vorstellung als auch aktuelle Informationen zu Entwicklungen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt erhalten. Praktische Themen wie Zulassung oder Studienfinanzierung gehören für uns ebenfalls zum Thema Berufsorientierung mit dazu und werden von eingeladenen Fachleuten behandelt.
 
Warum nutzen Sie den geva-test® im Rahmen der Berufsorientierung?
Den geva-test® bieten wir unseren Schülern der Jahrgangsstufe 11 sehr bewusst in der Anfangsphase ihrer Berufsorientierung unter dem Stichwort „Selbstanalyse“ an. Besonders gut finden wir am geva-test®, dass die Schüler eine vielfältige Außensicht auf sich selbst erhalten – und zwar nicht von uns Lehrern, sondern in gewisser Weise von einem externen, neutralen Beobachter. Darüber hinaus umfasst der geva-test® sehr viele Bereiche und ist ganzheitlich ausgerichtet. Wir sehen den geva-test® in unserer Schule als das einheitliche Instrument, das alle benutzen und auf das wir immer wieder zurückgreifen können.
 
Nicht zu vergessen ist auch, dass der geva-test® die Schüler in eine authentische Prüfungssituation versetzt, so wie sie diese später bei Einstellungstests in Unternehmen erfahren werden. Wir versuchen daher auch über strenge Rahmenbedingungen die Testdurchführung in der Schule ein wenig zu inszenieren. Das ist zwar für die Schüler erst mal unangenehm, aber wir glauben, dass es sehr hilfreich ist, wenn sie in einem geschützten Raum einmal so eine Prüfungssituation erlebt haben. Später führen wir reflektierende Gespräche durch, wie die Schüler die Testung empfunden haben: Konnten sie sich gut konzentrieren oder eher nicht? Für manche ist es auch wichtig, zu realisieren, dass sie am Tag des Tests nicht fit genug waren, vielleicht weil sie nicht richtig ausgeschlafen gewesen sind. Auch das sind wichtige Erfahrungen, wenn es später darum geht, sich einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu sichern.
 
Wie können Schüler aus Ihrer Sicht am besten von den Testergebnissen profitieren?
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unsere Schüler gerne einfach hinten in der Testauswertung nach den Berufsvorschlägen schauen, die aufschlussreiche Beschreibung ihrer Stärken und Entwicklungspotenziale aber nur überfliegen. Das fanden wir sehr schade, da den Schülern so wichtige Hinweise verloren gehen.
 
Deshalb führen wir nun ein Kolloquium durch, eine kleine mündliche Prüfung. Die Schüler erhalten den Auftrag, ihre Testauswertung genau zu studieren und auf dieser Basis noch einmal ein individuelles Profil zu erstellen. Im Kolloquium unterhalten wir uns dann über ihre Arbeit. Da geht es natürlich nicht darum, wie ein Schüler in bestimmten Testbereichen abgeschnitten hat, sondern lediglich um die Frage, wie intensiv er sich damit auseinandergesetzt hat. Das zeigt uns auch, inwieweit die Schüler nun in der Lage sind, die Informationen aus dem Test gezielt umzusetzen.
 
Sicherlich üben wir mit diesem Prüfungsgespräch ein wenig Druck aus. Aber durch diese Form der unterrichtlichen Einbindung erreichen wir, dass nicht nur die guten und interessierten Schüler ihre Testauswertung vollständig lesen, sondern alle die darin steckenden Informationen ausreichend wahrnehmen. Und wir kommen mit jedem Schüler individuell ins Gespräch.
 
Verwenden Sie die Testergebnisse auch für andere Bausteine der Berufsorientierung?
Wir pflegen einen engen Kontakt zu einer engagierten Beraterin der Bundesagentur für Arbeit, die mit dem geva-test® ebenfalls sehr vertraut ist. Daher können wir den Schülern dort Beratungstermine auf Grundlage ihrer Testergebnisse anbieten. Der geva-test® wird so mit der Berufsberatung in der Arbeitsagentur gekoppelt. Außerdem nehmen die Schüler die Ergebnisse ihres Tests und ihre anschließende Profilerstellung für das Kolloquium in ihren Berufswahlpass auf.