BerufsAbitur: Chance für Handwerksberufe?

Die Situation ist so paradox wie verfahren: Das Handwerk kann sich vor Aufträgen kaum retten, aber immer weniger junge Menschen wollen einen Handwerksberuf erlernen. Stattdessen zieht es der Nachwuchs vor, das Abitur zu machen – was sich bisher kaum mit einer Handwerksausbildung verbinden ließ. Mit dem BerufsAbitur will man Handwerksberufe nun auch für leistungsstarke Schüler attraktiv machen.

 

Innerhalb von vier Jahren können Auszubildende nicht nur ihren Gesellenbrief machen, sondern auch, parallel zur Ausbildung im Betrieb, die Fachhochschul- und sogar die allgemeine Hochschulreife erlangen. Im Vergleich zu bisherigen Modellen können so bis zu zwei Jahre eingespart werden und – fast schon ein Paradigmenwechsel: Die angehenden Handwerker haben Zugang zu einem Universitätsstudium.

 

Sechs Bundesländer führen das BerufsAbitur derzeit im Rahmen von Pilotprojekten ein: Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Niedersachen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Berlin wird seine Angebote zum neuen Schuljahr starten.

 

Bei ihren Pilotprojekten gehen die Bundesländer leicht unterschiedlich vor. Anhand dreier Beispiele wollen wir die Konzepte etwas näher betrachten. Allen gemeinsam ist, dass die Auszubildenden dafür ihre abendliche oder samstägliche Freizeit opfern müssen. Demgegenüber steht der Vorteil, dass es vom ersten Tag an eine Ausbildungsvergütung gibt.

Bayern

In Bayern kann die Fachhochschulreife ausbildungsbegleitend mit anschließendem Übertritt in die Berufsoberschule (BOS) erworben werden – uneingeschränkt in allen Handwerksberufen. Über das Bundesland verteilt stehen dafür derzeit 22 Standorte zur Verfügung. Die FH-Reifeprüfung erfolgt zeitgleich mit der Gesellenprüfung als Ergänzungsprüfung in Deutsch, Mathematik und Englisch. Danach kann in der Klasse 13 der BOS die fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife erlangen werden.

Niedersachsen

Auch Niedersachsen bietet eine duale Berufsausbildung übergreifend für alle Handwerksberufe an, ebenfalls mit Ergänzungsunterricht zur Vorbereitung der FH-Reife. Das Angebot ist noch auf zwei Leuchtturmstandorte in den Handwerkskammerbezirken Oldenburg und Braunschweig-Lüneburg-Stade beschränkt, soll aber auf die Bezirke Hannover sowie Osnabrück-Emsland-Grafschaft-Bentheim
ausgeweitet werden.

Nordrhein-Westfalen

In NRW beschränkt sich das duale Angebot noch auf ausgewählte Handwerksberufe, beispielsweise Elektroniker/-in, Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Kraftfahrzeugmechatroniker/-in. Die Ausbildung mündet in Klasse 13 der Fachoberschule, was flächendeckend von derzeit 39 Berufskollegs mit 47 Klassen und zirka 860 Teilnehmern umgesetzt wird.

Bei aller Attraktivität des neuen Modells: Die Initiatoren, Kultusministerkonferenz (KMK) und Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), weisen auf die Mehrbelastung für die Azubis hin: Wer sich für das BerufsAbitur interessiert, sollte viel Motivation und eine hohe Leistungsbereitschaft mitbringen. Denn das Angebot stellt eine dreifache Belastung dar: Neben der Ausbildung im Betrieb kommen sowohl Schulunterricht als auch Berufsschulunterricht auf die Bewerber zu. Und auch der Vorteil, von Beginn an für das Erlangen des Abiturs auch noch Lohn zu bekommen, hat einen Haken: Die Vergütung fällt insgesamt geringer aus als bei einer reinen Ausbildung, da die Azubis aufgrund des höheren Zeitaufwands für den Unterricht nur in Teilzeit im Betrieb arbeiten.

 

Von daher bleibt abzuwarten, wie gut dieses neue Modell letztlich angenommen und dem Handwerk den ersehnten qualifizierten Nachwuchs liefern wird. Dies hängt nicht zuletzt auch von der Leistungsbereitschaft und Belastbarkeit jedes einzelnen Kandidaten ab. Um dies verlässlich festzustellen, sind zum Beispiel Verfahren wie die geva-tests® Ausbildung & Beruf oder Studium & Beruf eine wertvolle Hilfe. Und das ganz gleich ob der neue Weg des BerufsAbiturs oder die klassische Laufbahn zu einem höheren Schulabschluss eingeschlagen wird.

 

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Um diese Informationen leicht lesbar zu halten, verwenden wir im Text häufig nur die männliche Form. Natürlich möchten wir damit alle Menschen gleichermaßen ansprechen.

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