Studieren: (k)eine Frage der Herkunft?

In Deutschland ist Bildung keine Frage der Kosten. Jeder junge Mensch kann das staatliche Bildungssystem nutzen und je nach eigenem Wunsch die Schulform und die weiteren Bildungsmöglichkeiten wählen. So gesehen hat jeder in Deutschland dieselben Bildungschancen, abhängig von seinen individuellen Fähigkeiten natürlich.

Tatsächlich?

Theoretisch: ja. Praktisch gibt es da beträchtliche Unterschiede. Eine entscheidende Rolle, welchen Bildungsweg junge Menschen einschlagen, spielt der familiäre Hintergrund.

Das beginnt bereits bei der schulischen Laufbahn: Kinder aus Familien ohne Hochschulerfahrung werden bei gleichem Talent oft schlechter bewertet und haben geringere Chancen, aufs Gymnasium zu wechseln und dort Abitur zu machen, als Kinder aus akademischen Familien.

Und wenn das Abitur geschafft ist, setzen sich die Unterschiede fort: Die Wahrscheinlichkeit für ein Studium ist für Kinder von Nicht-Akademiker-Eltern laut OECD- Bildungsbericht 2018 achtmal geringer als für Kinder aus Akademiker-Haushalten.

Das kann verschiedene Gründe haben. Finanzielle Gründe spielen dabei eine Rolle, schließlich muss ein Studium, selbst bei größtmöglicher Kostenfreiheit, finanziert werden, wobei der Geldbeutel der Eltern eine Rolle spielt. Und oft genug ziehen Jugendliche aus Nicht-Akademiker-Haushalten die Möglichkeit eines Studiums gar nicht in Betracht – zu fern und ungewohnt ist der Gedanke daran, wenn in der eigenen Familie dieser Weg noch nie beschritten wurde.

Wie schade, denn dadurch wird eine entscheidende Chance für die Karriere von vornherein ausgeschlossen.

 

Ein Schritt in Richtung tatsächliche Chancengleichheit

Dafür, dass die Herkunft als Hindernis für ein Studium keine Rolle spielt, setzt sich ArbeiterKind.de ein, eine gemeinnützige Organisation, die von Katja Urbatsch ins Leben gerufen wurde und letztes Jahr 10-jähriges Jubiläum gefeiert hat.
Katja Urbatsch selbst hat als Erste in ihrer Familie studiert und kennt deshalb die Probleme und Unsicherheiten genau.
Die Idee zur Gründung von Arbeiterkind.de entstand bereits während ihres Studiums.
Ziel der Initiative: Ein niedrigschwelliges Informations- und Unterstützungsangebot für studieninteressierte Schülerinnen und Schüler aus nicht-akademischen Familien bereitzustellen und dadurch einer tatsächlichen Chancengleichheit im deutschen Bildungssystem einen Schritt näher zu kommen.

ArbeiterKind.de als Gruppe und in Aktion auf der Vocatium Jena

So funktioniert ArbeiterKind.de

ArbeiterKind.de ist dezentral aufgestellt: In aktuell 75 Gruppen in Deutschland engagieren sich 6.000 Ehrenamtliche dafür, Schülerinnen und Schüler über die Möglichkeit eines Studiums zu informieren.
Interessierte erhalten dort umfassende Unterstützung: Angefangen bei Fragen zur Studienwahl über Tipps zur Finanzierung bis hin zum Berufseinstieg ist alles abgedeckt, was bei Schülerinnen und Schülern aus Nicht-Akademiker-Haushalten oft nicht durch die Erfahrung der Eltern geleistet werden kann.
Die Ehrenamtlichen sind Studierende, aber auch Berufstätige, die oft genug selbst in ihrer Familie als erste studiert haben. Somit können sie authentisch, verständlich und konkret ihre Erfahrungen an Jugendliche weitergeben. .
In den Gruppen, die von den Ehrenamtlichen geleitet werden, finden regelmäßige Treffen und gemeinsame themenbezogene Aktivitäten statt. Interessierte Jugendliche, die Fragen rund ums Studium haben,  können sich unkompliziert per E-Mail bei einer der Gruppen melden, die es inzwischen in vielen deutschen Städten gibt. Ein kostenloses Infotelefon 030 679 672 750 steht von Montag bis Donnerstag zwischen 13 und 18.30 Uhr zur Klärung von Fragen zur Verfügung.
 
Marcus Frommelt, ehrenamtlicher Mitarbeiter von ArbeiterKind.de Stuttgart:
"Da ich selbst Arbeiterkind bin, weiß ich wie schwierig der Einstieg an der Universität für Erstakademiker sein kann. Durch mein Engagement bei ArbeiterKind.de habe ich hoffentlich etwas von meinen Erfahrungen weitergeben können. Mir ist es wichtig, insbesondere SchülerInnen, die vor der Studienwahl stehen, zu ermutigen und hier Chancen und Wege aufzuzeigen. Das Thema “Finanzierung” ist ein oft genanntes Problem, was bei mir selbst später glücklicherweise durch ein Stipendium etwas entschärft wurde. Dementsprechend habe ich auch hier viele Mentees ermutigt, sich auf ein Stipendium zu bewerben."

ArbeiterKind.de kommt auch an Ihre Schule – nicht nur für Arbeiterkinder interessant

Eine interessante Möglichkeit, Ihre Schülerinnen und Schüler umfassend zum Thema Studium zu informieren, bietet ein Besuch von ArbeiterKind.de an Ihrer Schule.

ArbeiterKind.de an der Schule

Das Angebot richtet sich an die gymnasiale Oberstufe, Kollegs, Berufs- und Abendschulen, nach Absprache aber auch an Gesamt- und Realschulen.

Das Angebot von ArbeiterKind.de richtet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler nicht-akademischer Herkunft, die Veranstaltungen werden jedoch für vollzählige Jahrgangsstufen, Klassen oder Kurse durchgeführt und gestaltet, sodass alle Schüler, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, davon profitieren.

 

Im Rahmen eines Vortrags gehen die Ehrenamtlichen auf folgende Fragen ein: Warum ist ein Studium überhaupt sinnvoll? Was kann ich alles studieren? Wie kann ich mein Studium finanzieren? In der anschließenden Vertiefung in interaktiven Gruppen erarbeiten die Engagierten von Arbeiterkind.de zusammen mit Ihren Schülerinnen und Schülern eine fundierte Wissens-Grundlage zum Thema Studieren. Ideal z.B. für einen Berufsorientierungstag, an dem ArbeiterKind.de gerne auch mit einem Informationsstand vertreten ist.

 

Die Veranstaltung dauert normalerweise 90 Minuten und kann thematisch an die Wünsche der Schule angepasst werden. Auch ein kürzerer Vortrag ist nach Absprache möglich.

Weitere Informationen

Partnerschule werden

Arbeiten Arbeiterkind.de und Schulen langfristig zusammen, bieten sie ein ideales Forum für eine nachhaltige Verankerung des Gedankens an einen freien Zugang zum Studium für alle.
Wenn Sie dies an Ihrer Schule etablieren möchten, können Sie Partnerschule von ArbeiterKind.de werden. Damit erklären Sie sich dazu bereit, das Anliegen von ArbeiterKind.de aktiv zu unterstützen. In diesem Fall führt ArbeiterKind regelmäßig halbjährlich oder jährlich eine Informationsveranstaltung an Ihrer Schule durch.
Lesen Sie hier, welche Schulen bereits Partnerschule von ArbeiterKind.de sind.

 

ArbeiterKind.de
Katja Urbatsch ArbeiterKind.de
  • Gegründet: 2008 von Kirsten Zierold, Katja Urbatsch und Nadine Pippel
  • persönliche Unterstützung durch rund 6.000 Ehrenamtliche in 75 lokalen Gruppen mit offenen Treffen, Sprechstunden und individuellem Mentoringangebot
  • Erfahrungsaustausch zur Studienfinanzierung und Zusammenarbeit mit den Begabtenförderungswerken bezüglich Stipendien
  • Informationsveranstaltungen in Schulen, bei denen ErstakademikerInnen ihre eigene Bildungsgeschichte erzählen, sowie Infostände an Hochschulen und auf Bildungsmessen
  • Info-Telefon für SchülerInnen, Studierende und Eltern an vier Tagen in der Woche
 Quelle: www.arbeiterkind.de/ueber-uns
 
 
Die Organisation hat einen Nerv getroffen, wie die zahlreichen Auszeichnungen zeigen, die Katja Urbatsch und ArbeiterKind.de bereits erhalten haben.
Durch die Rückkehr zum G9, die durch einige Bundesländer bereits vollzogen wurde bzw. in Planung ist, haben nun auch Schülerinnen und Schüler mit geringerem familiären Rückhalt wieder bessere Chancen, die Schulziele ohne familiäre oder externe Unterstützung zu folgen. Bei Jugendlichen aus nichtakademischen Haushalten bedarf es für den nächsten Schritt zur Uni aber oft zusätzlicher Hilfestellung. Diese Aufgabe meistert ArbeiterKind.de mit großem Engagement.

geva-Tipp:

ein hilfreicher Wegweiser für junge Menschen, die studieren möchten, ist der geva-test® Studium & Beruf. Lesen Sie hier, wie Sie ihn an Ihrer Schule einsetzen können.
Das geva-institut ist ein psychologisches Beratungsinstitut für Personal- und Organisationsdiagnostik. Der geva-test® steht als Synonym für wissenschatlich fundierte und praxisrelevante Eignungsdiagnostik. geva-Mitarbeiterbefragungen sowie 360-Grad-Feedback nutzen namhafte Unternehmen, um ihre strategischen Ziele zu erreichen.

 

Um diese Informationen leicht lesbar zu halten, verwenden wir im Text häufig nur die männliche Form. Natürlich möchten wir damit alle Menschen gleichermaßen ansprechen.

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