Best Practice Berufsorientierung - wie machen es die anderen?

Immer mehr Schulen integrieren Projekte zur Berufsorientierung in den Lehrplan sowohl der Sekundarstufe I als auch in der SEK II - teilweise werden diese auch verpflichtend in Landesprogrammen geregelt.
Dennoch ist die Umsetzung für viele Schulen eine Herausforderung: Eine durchdachte Studienorientierung braucht zeitliche und personelle Ressourcen für Vorbereitung und Durchführung – beides steht oft nicht ausreichend zur Verfügung. Überdies wird die für Berufsorientierung aufgewendete Zeit oft nicht oder nur unzureichend vergütet.
 Ein hohes Maß an Motivation ist also wichtig, will man den Schülerinnen und Schülern dennoch eine Orientierung für den Bildungsweg nach der Schule an die Hand geben.
Und der Lohn für die Mühe? Eine gute Berufsorientierung ist für viele junge Menschen ein wesentlicher und wertvoller Schritt in Richtung berufliche Entscheidung.

Was genau ist eine „gute Berufsorientierung“?

Diese Frage stellt sich wie von selbst, denkt man über den Einsatz eines Berufsorientierungs-Projektes an der Schule nach.
Die Nutzung eines in einem Landesprogramm empfohlenen Verfahrens mit möglichst wenig Aufwand, aber um den Preis, die eigene Selbstbestimmung ein Stück weit abzugeben?
Ein aus verschiedenen Bestandteilen zusammengesetztes Projekt, z.B. unter Nutzung der Angebote eines Bildungsträgers oder einer anderen Organisationen zur Berufsorientierung?
Ein eigenes, von vorne bis hinten selbst erstelltes Projekt?
Wichtig dabei ist auf jeden Fall, dass die Form der Berufsorientierung zur Schule und zu den Schülerinnen passt. Und dass die Durchführung für alle Beteiligten auch tatsächlich „machbar“ ist.

Berufsorientierung am Gymnasium Wildeshausen

Eine gute Aussicht auf eine gelungene Berufsorientierung ist immer dann gegeben, wenn sich eine oder mehrere Personen an der Schule für deren Durchführung einsetzen. Im Gymnasium Wildeshausen ist das vor allem Herr Johann Strudthoff, der in seiner Eigenschaft als Berufsorientierungskoordinator mit großem Einsatz dafür sorgt, dass die Schülerinnen und Schüler sich aktiv mit dem Gedanken an ihre beruflichen Vorstellungen und Möglichkeiten auseinandersetzen.
Ist solch ein umfangreiches Programm nicht eine große Herausforderung für einen einzelnen Lehrer?

 

Dazu Johann Strudthoff:

„In der Vergangenheit habe ich viele Bausteine unseres BO-Programmes selbst auf den Weg gebracht. Mittlerweile unterstützen mich zwei Kollegen aus der Fachgruppe Politik-Wirtschaft bei den einzelnen Modulen.“

 Ab der 9. Jahrgangsstufe werden die Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Wildeshausen systematisch an die Studien- und Berufswahl herangeführt. Dafür holt sich die Schule auch externe Unterstützung ins Haus.

Die Berufsorientierung besteht aus mehreren aufeinander aufbauenden Bausteinen, die, teils verpflichtend, teils freiwillig, den Teilnehmenden eine umfassende Entscheidungsgrundlage für die Berufswahl bieten.

 

Klasse 9 bis 12: Studien- und Berufsberatung

in Kooperation mit der Agentur für Arbeit
Hierzu kommt eine Beraterin der Agentur für Arbeit an acht bis zehn Schultagen eigens in die Schule, um Interessierte in Einzelgesprächen jeweils 30 Minuten zu akademischen Berufen zu beraten. Die  Teilnahme ist freiwillig

Klasse 10: Bewerbungstraining

in Kooperation mit der Volksbank Wildeshausen, der Oldenburgischen Landesbank sowie der Landessparkasse zu Oldenburg
Im Bewerbungstraining, das an einem Vormittag im Schuljahr verpflichtend stattfindet, nehmen die Schülerinnen und Schüler an praxisorientierten Einstellungstests und simulierten Vorstellungsgesprächen teil. Überdies erhalten sie von den Fachleuten aus der Wirtschaft einen Einblick in die Erwartungen an Bewerber sowie hilfreiche Tipps aus der Praxis.

Klasse 11: Betriebspraktikum

Das Betriebspraktikum dauert zwei Wochen, die Teilnahme ist verpflichtend. Die Schülerinnen und Schüler können sich entweder selbst einen Praktikumsplatz in einem Beruf suchen, der sie interessiert, oder sich an ein in der Schule dokumentiertes Unternehmen wenden, das bereits in den Vorjahren Praktikumsplätze zur Verfügung gestellt hat. Im Nachgang muss ein Praktikumsbericht erstellt werden, dessen Bewertung anteilig in die Note im Fach Politik-Wirtschaft einfließt.

Klasse 9 bis 12: Berufsinformationsabend

in Kooperation mit dem Rotary Club Wildeshausen
Referenten aus unterschiedlichen Berufsfeldern geben den Schülerinnen und Schülern in 30-minütigen Vorträgen einen Einblick in ihren Arbeitsalltag. Im Lauf des Informationsabends können so bis zu drei Berufsbilder kennengelernt werden.

Klasse 10 bis 12: geva-test® Studium & Beruf

in Kooperation mit dem geva-institut, München
Der geva-test® dient der beruflichen Orientierung von Schülern. Er enthält Leistungsaufgaben sowie Aufgaben zur Selbstbeschreibung. In der Teilnehmerauswertung werden ca. 14 zum Leistungs- und Interessenprofil passende Vorschläge passender Studiengänge und / oder Ausbildungsberufe aufgeführt.
Obwohl die Testdurchführung am Wochenende stattfindet und kostenpflichtig ist, erfreut sich der geva-test® großer Beliebtheit und hat pro Jahr an der Schule 50-60 Teilnehmer. Die Teilnahme ist vorwiegend für die 10. Klasse (bzw. 11. Klasse mit dem Wechsel zu G9) gedacht, aber auch Schüler und Schülerinnen der anderen Klassen in der Oberstufe können mitmachen.

 

geva-test® am Gymnasium Wildeshausen
Johann Strudthoff

„Das geva-Testergebnis wirkt sich auch auf das weitere Engagement der Schüler bei anderen Aktivitäten in unserem Berufswahl-Portfolio aus. Zum Beispiel gibt es bei uns ein Projekt „AbiRetour“, bei dem ehemalige Schüler an der Schule nachfolgenden Generationen über Ihren Werdegang berichten und dies oft deshalb, weil sie das geva-Testergebnis auf die Spur gebracht hat. Auch in anderen Projekten bringen sich die Schüler deshalb ein, weil sie durch die fundierte Rückmeldung eine gute Ausgangsbasis für weitere Maßnahmen oder Aktivitäten erhalten haben und so auch meine Arbeit als BO-Verantwortlicher unterstützen.“

 

11. Klasse: Vocatium

Messe für Ausbildung und Studium in Kooperation mit dem Institut für Talententwicklung, Bremen
Der Besuch der Fachmesse für Ausbildung und Studium wird im Gymnasium Wildeshausen sorgfältig vorbereitet: Die Schülerinnen und Schüler erhalten frühzeitig das Messe-Handbuch; zudem können sie sich zu ihrem Berufswunsch passende Angebote aus dem Messe-Katalog heraussuchen. Für Fragen können individuelle Gesprächstermine auf der Messe vereinbart werden

Informationsangebote

Aushänge, Auslage von Broschüren im Oberstufenraum: Hinweise auf Ausbildungsplatzangebote, Ausbildungsplatzbörsen sowie Info-Veranstaltungen der Universitäten und Hochschulen.

 

 

Neu im Programm: Die Partnerschaft mit einer niederländischen Universität
Johann Strudthoff: „Mit der University of Groningen in den Niederlanden gibt es seit kurzem eine Partnerschaft. Mit fast dem ganzen Jahrgangbesuchen wir diese Hochschule im europäischen Ausland, die unter anderem auch deshalb interessant für unsere Schüler ist, weil man einige Fächer keine Zulassungsbeschränkung haben wie Deutschland.“
 
Insgesamt ist die Berufsorientierung am Gymnasium Wildeshausen ein umfassendes Projekt mit Modellcharakter, das den Schülerinnen und Schülern bereits während der Schulzeit optimal auf das „Danach“ vorbereitet. Zum Gelingen tragen neben der Schule selbst viele Kooperationspartner bei.
 
Johann Strudthoff:
„Die Mischung der verschiedenen Elemente zur Berufsorientierung hat einen guten Nachhaltigkeitswert.“
Aber: Die Durchführung will organisiert und in den Ablauf des Schuljahres eingebettet werden – nicht in jeder Schule ist dies möglich.
Die einzelnen Bausteine können jedoch auch unabhängig voneinander eingesetzt werden – auch dies mit Sicherheit ein lohnendes Unterfangen.
 
Das geva-institut ist ein psychologisches Beratungsinstitut für Personal- und Organisationsdiagnostik. Der geva-test® steht als Synonym für wissenschatlich fundierte und praxisrelevante Eignungsdiagnostik. geva-Mitarbeiterbefragungen sowie 360-Grad-Feedback nutzen namhafte Unternehmen, um ihre strategischen Ziele zu erreichen.

 

Um diese Informationen leicht lesbar zu halten, verwenden wir im Text häufig nur die männliche Form. Natürlich möchten wir damit alle Menschen gleichermaßen ansprechen.

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