Was gibt’s Neues? BOP-Update 2020

Inzwischen ist das neue Schuljahr in allen Bundesländern gestartet und mit ihm geht das bundesweite Berufsorientierungsprogramm „BOP“ in eine neue Runde. Viele Bundesländer haben die Basiselemente des Programms – Potenzialanalyse, Werkstatttage und Feedbackgespräch - ihren landesspezifischen Gegebenheiten hinsichtlich der Berufsorientierung angepasst. Dennoch gibt es seitens des Bundesministeriums für Bildung und Forschung neue Informationen zum BOP, die für alle gelten. Darunter einiges, das der aktuellen Situation geschuldet ist, aber auch neues „Handwerkszeug“, das den Arbeitsalltag mit BOP erleichtert.

 
 
 

BOP-Durchführung während der Corona-Phase

Um auch unter den herausfordernden gegenwärtigen Bedingungen eine gewinnbringende Durchführung des BOP zu ermöglichen, hat das BMBF die BOP-Anforderungen und Qualitätsrichtlinien an die Situation angepasst und flexibler gestaltet. Unter anderem wird dadurch eine Weiterführung von vor den Schulschließungen begonnenen Maßnahmen ermöglicht. Die Ausnahmeregelung gilt bis zum 31.12.2020.

Mehr Durchführungs-Flexibilität

Verlängerung der Projektlaufzeit
Der Durchführungszeitraum von Projekten aus der Antragsrunde 2018 kann bei Bedarf bis zum 31.12.2020 verlängert werden. Dafür ist eine Antragsstellung erforderlich. Zuwendungsempfänger, die eine Bewilligung aus den Antragsrunden für 2018 und 2019 haben, können die Projekte aus der Antragsrunde 2018 förderrundenübergreifend in der Antragsrunde 2019 fortführen.

 
Die Potenzialanalyse im BOP. Ausnahmeregelung 2020

Potenzialanalyse

Anerkennung nur teilweise durchgeführter Maßnahmen
Potenzialanalysen, die vor der Schulschließung im März begonnen haben, können anerkannt werden, auch wenn wegen der Corona-Schutzmaßnahmen im Anschluss keine Werkstatttage durchgeführt werden konnten.
Durchführung der Potenzialanalyse nach den Werkstatttagen
Dazu ist die Einreichung eines Konzepts notwendig. Die Potenzialanalysen müssen im Haushaltsjahr 2020 durchgeführt werden. Achtung, für diesen Fall gelten neue Qualitätsstandards. Diese haben wir weiter unten für Sie aufgeführt.

 
Die Werkstatttage im BOP. Ausnahmeregelung 2020

Werkstatttage

Aufhebung des engen zeitlichen Zusammenhangs zwischen erster und zweiter WT-Woche
Der Abstand zwischen den beiden Wochen darf einen Zeitraum von vier Monaten übersteigen. Damit können Werkstatttage, die vor der Schulschließung im März begonnen haben, weitergeführt werden.
Anerkennung nur teilweise durchgeführter Maßnahmen
Werkstatttage, die bis zum 16. März 2020 begonnen wurden, können anerkannt werden, sofern der/die Schüler/in mindestens 5 Tage an den Werkstatttagen teilgenommen hat.
Verkürzung auf 1 Woche /5 Tage
Dafür muss eine Konzeptänderung beantragt und bewilligt werden und der Festbetrag je Teilnehmer reduziert sich auf 250 €. Außerdem müssen die Werkstatttage im Block und ohne Fehlzeiten des/der Schülers/Schülerin durchgeführt werden.

 
Die Feedback-Gespräche im BOP. Ausnahmeregelung 2020

Feedback-Gespräche
Verlängerung der Frist zur Durchführung von Feedback-Gesprächen
Die nach den Werkstatttagen stattfindenden Feedbackgespräche können in einem Zeitraum von bis zu 6 Wochen durchgeführt werden, auch per Videochat, allerdings unter Einhaltung bestimmter Auflagen, die im Vorfeld mit dem BIBB abgestimmt werden müssen.

 
Einzelheiten zu den flexibleren Regelungen können Sie unter folgender Quelle nachlesen:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF):
Zeitlich befristete Ausnahmeregelungen zu den Richtlinien zur Förderung der Berufsorientierung in Überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten (BOP) vom 18. November 2014 sowie 11. Dezember 2018, Stand Juni 2020.
PDF abrufbar im Internet: https://www.berufsorientierungsprogramm.de/de/mehr-flexibilisierung-moeglich-2500.html
 
Neue Qualitätsstandards für die Potenzialanalyse
Normalerweise ist die Potenzialanalyse der erste Baustein im Berufsorientierungsprogramm und die nachfolgenden Werkstatttage bauen auf den Erkenntnissen auf, die die Schülerinnen und Schüler aus der Potenzialanalyse gewonnen haben. Klar, dass die Umkehrung dieser Reihenfolge im Zuge der Ausnahmeregelungen eine angepasste Vorgehensweise hinsichtlich der Potenzialanalyse und des Reflexionsgesprächs erfordert – die Anpassungen im Konzept sind vorab zur Prüfung einzureichen.
 

  • Reflexionseinheit in der Gruppe zu Beginn der Potenzialanalyse
    Die ca. 60 Minuten dauernde Einheit soll die Schülerinnen und Schüler dazu anregen, aus der Erfahrung der Werkstatttage individuelle Ziele und Fragen für die Potenzialanalyse zu gewinnen.
  • Kurze Auswertungsphasen nach jeder Aufgabenstellung oder eine längere Reflexionsphase jeweils zum Tagesabschluss
    Dies soll den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, individuelle Schlussfolgerungen aus der/den vorangegangenen Aufgabe/n zu ziehen und einen Zusammenhang zu den Erfahrungen aus den Werkstatttagen herzustellen. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse sollen von den Schülerinnen und Schülern dokumentiert werden.
  • Erkundung von beruflichen Interessen und Neigungen
    mittels einer Methode, durch die die Erfahrungen aus den Werkstatttagen aufgenommen werden können. Hierbei kann auch ein Interessenstest eingesetzt werden.
  • Auswahl der handlungsorientierten Aufgaben
    Diese müssen in einem Umfang reduziert werden, dass eine Durchführung unter geänderten Anforderungen ermöglicht wird.
  • Reflexionsgespräch
    Neben den „üblichen“ Inhalten sollen sich die Schülerinnen und Schüler unter anderem auch dazu äußern können, wie sie ihre Fragestellungen und Ziele in der Potenzialanalyse bearbeiten konnten.

Einzelheiten unter folgender Quelle, abrufbar im Internet

https://www.berufsorientierungsprogramm.de/de/qualitaetsstandards-potenzialanalyse-2020-2501.html

 

Unterstützung fürs Feedback

Das Reflexionsgespräch ist der abschließende Baustein im BOP: Potenzialanalyse und Werkstatttage werden hier von den Teilnehmenden mit Unterstützung von pädagogischen Fachkräften reflektiert, was unter anderem der Entwicklung von  Berufswahlkompetenz dient. Ein gelungenes Gespräch setzt Fingerspitzengefühl und Erfahrung mit den jugendlichen Teilnehmern voraus.
Was tun, wenn die Teilnehmenden sich nicht am Gespräch beteiligen?
Wie soll man sich als pädagogische Fachkraft im Gespräch verhalten?
Diese und viele weitere Fragen beantwortet das neue Dossier „Feedback und Reflexion in der beruflichen Orientierung“ des BMBF. Bis hin zu einem praktisch orientierten Gesprächsleitfaden finden Interessierte dort Antworten auf verschiedenste Fragestellungen rund um das Thema Feedbackgespräch.
Das ausführliche Dossier finden Sie hier:
https://www.berufsorientierungsprogramm.de/de/feedback-und-reflexion-in-der-beruflichen-orientierung-2443.html

Von Arzt bis Zimmerin: BOP-Tagung online

Aufgrund der derzeitigen Situation findet die alljährliche BOP-Tagung dieses Jahr zum ersten Mal online statt – eine Chance für alle, die es bisher dazu nicht nach Berlin geschafft haben! Das Thema ist spannend genug: Unter dem Motto „Von Arzt bis Zimmerin“ widmet sich die BOP-Tagung dem Thema „Berufliche Orientierung an Gymnasien“. Die Teilnahme-Möglichkeiten sind vielfältig: Live-Streams von Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops erlauben es, das Schwerpunktthema von verschiedensten Seiten zu beleuchten.
Die Tagung wird am 7. Dezember 2020 von der Bundesbildungsministerin Anja Karliczek eröffnet. Online-Workshops und Foren zu verschiedenen Themen finden vom 8.-11. Dezember statt.
Auf der Website des BMBF finden Sie die aktuellen Informationen
https://www.berufsorientierungsprogramm.de/de/bop-tagung-2020-2425.html

 
Wie ist NRW in die neue KAoA-„Saison“ gestartet?
In Nordrhein-Westfalen wird das BOP unter dem Namen „kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) flächendeckend ab der Jahrgangsstufe 8 an allen allgemeinbildenden Schulen eingesetzt.
Das neue Schuljahr hat in NRW bereits Mitte August begonnen und mit ihm sind bereits zahlreiche 8. Klassen in die Potenzialanalysen gestartet.
Wie lässt sich der Projektstart unter den diesjährigen Bedingungen an? Wir haben mit Alexandra Paßgang vom INI e.V. in Lippstadt gesprochen, der seit 2014 im Rahmen von KAoA Potenzialanalysen, Berufsfelderkundungen und Praxiskurse an Schulen durchführt.
 

geva-institut: Frau Paßgang, wie lässt sich der Projektstart in den Schulen unter den diesjährigen Bedingungen an?
Alexandra Paßgang: Man mag es kaum glauben, aber bei uns eigentlich fast normal. Wir haben das Glück, dass wir für die Potenzialanalyse vom eigentlichen Durchführungsort, unserem Berufskolleg, in unser unternehmensinternes Tagungs- und Veranstaltungshaus ausweichen können, dort ist ausreichend Platz vorhanden, um die Potenzialanalyse unter den momentanen Distanz-Regeln durchführen zu können. Wir müssen die Klassen dafür nicht einmal nach dem 2-Schicht-Modell halbieren, was aufwändig wäre – ein Glück, das natürlich nicht alle Bildungseinrichtungen für die Potenzialanalysen haben.

Welche Schwierigkeiten, aber auch welche Erfolge haben Sie unter den derzeitigen Umständen bei der Durchführung zu verzeichnen?
Die Schwierigkeiten liegen vor allem in erhöhten Kosten: Zum Beispiel generiert die Auslagerung der Potenzialanalyse, wenn auch in interne Räume, natürlich dennoch (interne) Kosten.
Auch ist es wegen der Sitzplatzdokumentation nun nicht mehr möglich, die Aufgaben in verschiedenen Räumen aufzubauen und mit den Gruppen durch die Räume zu gehen – alle Gruppen halten sich nun aus Hygiene-Gründen während der gesamten Dauer in ein und demselben Raum auf. Die Übungssets können auch nicht weitergegeben werden, jeder Teilnehmende braucht sein eigenes Übungsset, das dann am Abend erst desinfiziert werden muss. Das ist schon eine ganz schöne Materialschlacht – diesen Zusatzkosten wird mit der Kostenpauschale pro Teilnehmendem nicht Rechnung getragen. Immerhin: Die Durchführung klappt - das ist gleichzeitig der Erfolg. Und damit sind wir momentan ganz zufrieden.
 
 
Das geva-institut ist ein psychologisches Beratungsinstitut für Personal- und Organisationsdiagnostik. Der geva-test® steht als Synonym für wissenschatlich fundierte und praxisrelevante Eignungsdiagnostik. geva-Mitarbeiterbefragungen sowie 360-Grad-Feedback nutzen namhafte Unternehmen, um ihre strategischen Ziele zu erreichen.

 

Um diese Informationen leicht lesbar zu halten, verwenden wir im Text häufig nur die männliche Form. Natürlich möchten wir damit alle Menschen gleichermaßen ansprechen.

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