Übergang Schule-Beruf: Handeln Sie jetzt!

Diesbezüglich herrscht breiter Konsens: Die Corona-Pandemie wird sich umso nachhaltiger auf Wirtschaft, Branchen und Berufe auswirken, je länger sie andauert. Und sich damit – und das teilweise beträchtlich - auf das Gesamtangebot an Ausbildungsstellen auswirken: Neben einem Rückgang in Branchen, die von der Krise besonders betroffen sind, entstehen möglicherweise neue Ausbildungsstellen in Branchen, die von ihr profitieren.
Jugendliche Schulabgänger auf der Suche nach passenden Ausbildungsplätzen spüren derzeit vermutlich vor allem die negativen Folgen: Bewerben sie sich um einen Ausbildungsplatz in einer der krisengeschüttelten Branchen, kann es sein, dass sie leer ausgehen – und ihren Berufswunsch kurzfristig revidieren müssen. Schulabgänger mit weniger guten Abschlusszeugnissen haben dabei besonders schlechte Chancen.

 
 
 
Viele Jugendliche müssen kurzfristig umdenken, möchten sie den Absprung in eine Ausbildung nicht verpassen.
Doch selbst wenn sie bereit sind, sich auf die Suche nach Alternativen zum Wunsch-Beruf zu machen, bleibt es derzeit schwierig: Viele Ausbildungs-Messen sind für dieses Jahr abgesagt oder finden eingeschränkt statt - somit haben Schulabgänger weniger Möglichkeiten, sich über interessante (Alternativ-) Angebote zu informieren. Auch Praktika sind nur unter erschwerten Bedingungen möglich.
Die Problemstellung ist bekannt.
„Besondere Sorgen bereiten uns allen gemeinsam natürlich die Jugendlichen, die bisher bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz leer ausgegangen sind, entweder durch die Pandemie oder aus anderen Gründen. Um diese jungen Menschen wirklich zu erreichen, braucht es eine zielgruppengerechte Ansprache auch über Online-Kanäle. Zudem muss der gesamte Baukasten der Förderung gezielt eingesetzt werden, um jungen Menschen Ausbildung zu ermöglichen, sie zu stabilisieren und pandemiebedingten Ausbildungsabbrüchen vorzubeugen.“
(Anja Piel, stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats der Bundesagentur für Arbeit. Quelle: Zukunft braucht Ausbildung – Aufruf zur bundesweiten Woche der Ausbildung vom 15. bis 19. März 2021; abrufbar im Internet unter: https://www.arbeitsagentur.de/presse/2021-10-zukunft-braucht-ausbildung-bundesweite-woche-der-ausbildung-15-bis-19-marz-2021)
 
IAB-Befragung „Betriebe in der Covid-Krise“
Laut einer Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom Dezember 2020 möchte jeder dritte ausbildungsberechtigte Betrieb im kommenden Ausbildungsjahr weniger Lehrstellen besetzen. Nicht überraschend gehören dazu vor allem Betriebe, die besonders unter der Krise zu leiden haben - auch Kleinstbetriebe sind hier besonders vertreten.
Als Hauptgründe für den Rückgang des Ausbildungsangebots werden unsichere Geschäftserwartungen und finanzielle Gründe genannt.

Die Folgen des Rückgangs von Ausbildungs-Angeboten sind für Betriebe wie für Jugendliche gleichermaßen negativ:
  • Ohne Ausbildung keine Fachkräfte – viele Betriebe verzichten dadurch gezwungenermaßen auf Nachwuchs
  • Einer leicht gestiegenen Anzahl an Absolventinnen und Absolventen in diesem Jahr steht momentan ein Rückgang an Bewerbungen gegenüber. Jugendliche, die sich dieses Jahr nicht um eine Ausbildungsstelle beworben haben, werden dies vermutlich im nächsten Jahr tun – zusätzlich zu den Schulabsolventinnen und -absolventen des nächsten Jahres. Dies könnte die Anzahl der Ausbildungssuchenden dann zusätzlich erhöhen – und mit weiteren Schwierigkeiten, eine passende Stelle zu finden, verbunden sein
 
 
Bei der Bewältigung dieser Herausforderungen sind Jugendliche – insbesondere diejenigen, die im Elternhaus nicht mit entsprechender Unterstützung rechnen können – auf Bildungsträger angewiesen, die ihnen bei einem erfolgreichen Übergang Schule-Beruf zur Seite stehen. Eine sinnvolle Aufgabe, die, das zeichnet sich bereits ab, auf Bundes- sowie Europa-Ebene, mit Fördermitteln ausgestattet werden wird.
Wenn Ihre Bildungseinrichtung im Bereich Übergang -Schule tätig ist, gibt es bereits jetzt einige interessante Ideen für Ihre kurz- bis mittelfristige Projektplanung.

EU Fördermittel einsetzen

Der Deutsche Aufbau- und Resilienzplan (DARP) ist mit einer Fördersumme von ca. 29 Mrd. Euro der Wiederaufbauplan Deutschlands im EU-Corona-Wiederaufbaupaket „Next Generation EU“.
Es steht zu erwarten, dass er auch im Bereich „Bildung“ Programme und Fördermittel zur Bewältigung der durch die Krise hervorgerufenen Probleme bereitstellen wird. Die DARP-Mittel sollen in den Jahren 2021 bis 2023 bewilligt werden. Eine Umsetzung der geförderten Projekte und Investitionen ist voraussichtlich bis 2026 möglich. Bis April 2021 soll die finale DARP-Planung an die EU-Kommission übermittelt werden.
Sobald die Tür für Projektanträge offensteht, sollten Sie schnell handeln! Bereiten Sie sich deshalb jetzt schon vor, indem Sie sich mit möglichen Projektideen befassen.
Den derzeitigen Stand des DARP finden Sie zum Download hier:
https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Broschueren_Bestellservice/2021-01-13-deutscher-aufbau-und-resilienzplan.html

Mehr Infos im emcra-EU-Fördertipp

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